Fulfillment by Amazon - FBA: Mit diesen drei Buchstaben startete der Online Gigant im Jahr 2006 eine Revolution im Onlinehandel. FBA ermöglicht seitdem Millionen von Menschen und Unternehmen den schnellen (aber nicht unbedingt unkomplizierten) Aufbau und oftmals auch erfolgreichen Betrieb Ihres eigenen E-Commerce Geschäfts.

Verschiedene Amazon-Services sollen dabei helfen, dass Händler es möglichst einfach haben und sich voll und ganz auf den Verkauf konzentrieren können. Doch ist das wirklich so?

Wenn Du als Onlinehändler FBA nutzt, profitierst Du zunächst einmal von der riesigen, optional auch internationalen, Reichweite von Amazon. Zusätzlich nimmt Amazon Dir praktisch alle zeitraubenden logistischen Schritte wie die Lagerung, das Verpacken und den Versand Deiner Produkte, die Rechnungsstellung, den Kundenservice und sogar die Abwicklung von Retouren ab.

Klingt soweit sehr vielversprechend. Aber, wie fast immer im Leben, gibt es auch bei Amazon FBA zwei Seiten der Medaille.

Amazon FBA Chancen nutzen, Risiken kennen, Kosten minimieren

Natürlich bietet Amazon die bequemen FBA-Services für Händler nicht umsonst an. Mit diversen Gebühren, Provisionen und Kostenbeteiligungen verdient Amazon am Erfolg von FBA- und Marktplatz-Händlern sehr gut mit. Und dann musst Du ja auch noch Steuern zahlen...

Daher solltest Du, wenn Du Dein eigenes FBA Geschäft erfolgreich aufbauen oder ausbauen möchtest, die folgenden Faktoren kennen und zu Deinem Vorteil nutzen:

  • die vielen Möglichkeiten zur Steigerung Deiner Umsätze auf Amazon
  • die ebenfalls zahlreichen, aber oft nur schwer durchschaubaren Faktoren zur Minimierung Deiner durch FBA (zum Teil auch indirekt) entstehenden Aufwände und Kosten

Profitiere durch unseren FBA-Guide von den Erfahrungen, die Tausende unserer Kunden als Amazon FBA Seller mit uns teilen. Und profitiere von den persönlichen Insights unserer Mitarbeiter: Hier bei uns im Taxdoo-Team in Hamburg arbeiten ehemalige Amazon Händlerbetreuer sowie ausgewiesene Steuer- und Buchhaltungs-Profis.

Viele Amazon FBA Guides verschweigen versteckte Kostenfaktoren

Es gibt bereits einige wirklich gute und umfangreiche Guides und auch Schritt-für-Schritt Anleitungen zum Launch und zum Ausbau Deines Amazon FBA Geschäfts.

In den meisten Guides ist viel zu lesen über die tollen (Verdienst-) Möglichkeiten als FBA Seller. Und ja, die Möglichkeiten des FBA-Angebots sind beeindruckend. Allerdings ist der Weg zu nachhaltigem Verkaufserfolg auch mit Aufwand verbunden. Und insbesondere zwei Aspekte sind in den allermeisten FBA Anleitungen, wenn überhaupt, nur sehr oberflächlich zu finden:

  • Deine Steuerpflichten, die durch den FBA-Handel, insbesondere im Ausland, entstehen,
  • und die Anforderungen an eine fehlerfreie und jederzeit aktuelle Buchführung (Fibu), insbesondere durch die Einführung einer großen Umsatzsteuerreform für den Onlinehandel und den dafür eingerichteten "One-Stop-Shop" für Umsatzsteuermeldungen ab dem 01.7.2021.

Du als (angehender) FBA Händler solltest nicht nur die vielen Chancen, sondern auch die zahlreichen und teils versteckten bzw. indirekten Kostenfaktoren des Amazon FBA Programms von Anfang an kennen, im Blick behalten, und in Deine Kalkulationen einbeziehen.

Gut zu wissen:
Die zuweilen doch eher als lästig empfundenen Steuer- und FiBu-Pflichten kannst Du heutzutage automatisiert und rechtskonform von Software-Lösungen ganz bequem für Dich erledigen lassen. Auch darüber berichten wir in diesem Guide.

So vermeidest Du potentiell teure Fehler und Versäumnisse und kannst Dir ganz entspannt ein langfristig erfolgreiches und lukratives Business als Amazon FBA Seller aufbauen.


Inhaltsverzeichnis:

  1. Amazon FBA: Was ist das? Welche Möglichkeiten, Vorteile und Aufwände bringt es Dir als Online-Händler?
  2. Hat Deine FBA Geschäftsidee Aussicht auf Erfolg? Marktrecherche und Produktrecherche
  3. Wie viel Startkapital solltest Du als neuer FBA Seller einplanen?
  4. FBA Kosten und Gebühren
  5. Voraussetzungen für Dein FBA-Business
  6. Warenbeschaffung für Dein FBA Geschäft
  7. FBA Auslands-Expansion: In welchen Märkten möchtest Du verkaufen?
  8. Einlagerung Deiner Ware bei Amazon: Inland, CEE oder PANEU?
  9. Ausländische Umsatzsteuer-Pflichten durch Nutzung von Amazon FBA Lagern
  10. Vor dem ersten FBA Verkauf im Ausland: Benötigst Du eine ausländische Steuernummer?
  11. Listings, Amazon SEO & Sponsored Products Anzeigen
  12. FBA Rechnungen erstellen und Umsätze im Blick behalten
  13. Amazon FBA und Umsatzsteuer-Pflichten in Deinem Heimatstandort
  14. Brauchst Du einen speziellen Amazon FBA Steuerberater?
  15. Amazon FBA Umsätze über OSS melden
  16. Sonderfall Retouren-Lager: Slowakei
  17. Fazit

1. Amazon FBA: Was ist das? Welche Möglichkeiten, Vorteile und Aufwände bringt es Dir als Online-Händler?

Was ist Amazon FBA?

Die Abkürzung FBA steht für Fulfillment by Amazon, was übersetzt Abwicklung / Versand durch Amazon bedeutet.

Wie der Name verrät, wird (fast) die gesamte logistische Abwicklung gebührenpflichtig von Amazon übernommen, um den Verkauf für Händler soweit wie möglich zu vereinfachen.

Dazu gehören folgende Kern-Leistungen des FBA-Programms:

  • Lagerung der Produkte in einem Amazon-Logistikzentrum
  • Direkter Versand der Produkte an Kunden, auch in ganz EU-Europa und UK
  • Übernahme des Kundenservices sowie der Retourenabwicklung

Wenn Du als Händler den Amazon-Marktplatz nutzen möchtest, ist das FBA-Programm jedoch nicht die einzige Möglichkeit.

FBA oder FBM?

Sobald Du die Entscheidung getroffen hast, Deine Produkte auf Amazon anzubieten, kannst Du zwischen den zwei folgenden “Fulfillment”-Methoden wählen, oder auch beide Methoden gleichzeitig nutzen:

  • FBA (Fulfillment by Amazon): Versand durch Amazon
    Warenlagerung und Versand wird von Amazon übernommen
  • FBM (Fulfillment by Merchant): Versand durch Händler
    Warenlagerung und Versand wird vom Händler übernommen – Amazon bietet lediglich die Handels-Plattform an

Nutzt ein Händler FBM, muss er sich selbst komplett um die Abwicklung der Logistik bis hin zur Rücknahme kümmern. In diesem Fall benötigst Du einen eigenen Logistikprozess, was für größer werdende Bestell- und Versandmengen viel Zeit und Geld in Anspruch nehmen kann.

Frage:
Möchtest Du täglich Dutzende oder Hunderte Pakete selber packen und verschicken? Nein? Genau deshalb entscheiden sich sehr viele Händler ganz bewusst für das FBA-Programm.

Unser Amazon FBA Guide stellt die Vorteile, Aufwände und Risiken des FBA Programms dar. Darunter die Reichweite durch FBA, Logistik-Services, Produktrecherche, Warenbeschaffung, Produkt-Promotion; und als wesentliche Pflichten die Buchhaltungs- und Steuerpflichten
Die Amazon FBA Services umfassen die Lagerung, das Verpacken und den Versand Deiner Produkte, die Rechnungsstellung, den Kundenservice und sogar die Abwicklung von Retouren

Die wesentlichen Elemente der Amazon FBA Fulfillment-Leistungen und FBA Verkaufs-Vorteile

Registrierst Du Dich für Amazon FBA, kannst Du im Detail von folgenden Vorteilen profitieren:

-     Logistik:
Du als Verkäufer schickst Deine Ware, oft auf direktem Weg vom Produzenten, an ein Logistikzentrum von Amazon und musst Dich lediglich darum kümmern, dass Deine Ware verkauft wird. Amazon übernimmt den Versand zum Kunden, Retourenannahmen sowie den Rund-um-die Uhr Kundenservice in der Landessprache der 5 europäischen Marktplätze.

-     Größeres Verkaufspotential:
Als FBA-Teilnehmer qualifizierst Du Deine Produkte für das “Amazon Prime”- sowie das “Versand durch Amazon”-Logo und die “Buybox Priority” (mehr dazu später). Dies sorgt für mehr Sichtbarkeit Deiner Produkte, ein besseres Ranking und letztendlich mehr Umsatz.

-     Europaweiter Verkauf:
Amazon FBA bietet die Lagerung in Deutschland (Europäisches Versandnetzwerk EFN) oder optional auch im Ausland (PANEU, Paneuropäischer Versand) an. Beide Programme erleichtern Dir den Verkauf innerhalb der gesamten EU und Deine Kunden profitieren von einem schnellen Versand.

-     Multichannel-Versand:
Verkaufst Du Deine Ware auch über Deinen eigenen Shop und/oder andere Kanäle wie zum Beispiel Ebay, kannst Du den Multi-Channel-Versand durch Amazon nutzen. Das kann Dir Zeit, Geld und Personal sparen.

2. Hat Deine FBA Geschäftsidee Aussicht auf Erfolg? Markt- und Produktrecherche!

Für einen erfolgreichen Launch Deines FBA Shops solltest Du vorab eine sorgfältige Markt- und Produktrecherche durchführen. Die richtige Auswahl Deiner Produkte ist der erste wichtige Schritt für Dein FBA Business, und auch zugleich einer der schwierigsten.

Für die Entscheidung, welches Produkt du verkaufen möchtest, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum einen existieren hilfreiche Tools, die Dir das Umsatzpotential aufzeigen (z.B. Amalyze), und zum anderen kannst Du Dir mit Hilfe der Verkauf-Rankings von Amazon erfolgreiche Produkte anzeigen lassen. Je besser der Verkaufsrang, umso höher die Wahrscheinlichkeit für einen hohen Umsatz.

Nach der Produktrecherche bist Du nun an den Punkt gekommen, wo Du weißt, welches Produkt Du auf Amazon verkaufen möchtest. Doch wirst Du damit Erfolg haben? Das hängt von folgenden Faktoren ab:

Wettbewerb:  
Entscheidend ist hier zu hinterfragen, wie viele Anbieter es bereits auf Amazon gibt. Ein einfacher Weg, die Wettbewerbsintensität einzuschätzen, ist ein Blick auf die Anzahl an Kundenbewertungen für ein Produkt. Gibt es schon viele Bewertungen für ein Produkt, bedeutet dies in der Regel, dass es schwer sein wird, an diesem Wettbewerber vorbeizuziehen.

Je mehr Anbieter es für ein (ähnliches) Produkt gibt, desto kleiner ist das Kuchenstück, das man abbekommt. Dies sollte jedoch kein Indikator dafür sein, wie groß das Marktpotenzial Deines Produktes ist. Es soll lediglich bei der Einschätzung helfen, ob Du ein Produkt mit einem “Alleinstellungsmerkmal” hast.

Verkaufspreis:
Der Verkaufspreis bei Amazon spielt eine sehr entscheidende Rolle. Je teurer ein Produkt im Vergleich zu den Konkurrenzprodukten, desto unattraktiver wird es für die Kunden.

In der Regel sagt man, dass der Verkaufspreis mindestens vier- bis fünfmal so hoch sein sollte wie die Produktionskosten bzw. der Einkaufspreis beim Lieferanten, damit die Amazon FBA Gebühren, die Umsatzsteuer und Gewerbesteuern sowie Deine Gewinnmarge abgedeckt sind. Beachte bei Deiner Kalkulation auch die Transportkosten vom Lieferanten zu Deinem bzw. zu Amazons Lager.

Patente und Zertifikate:
Diese beiden Punkte solltest Du definitiv beachten, wenn es zum einen Dein Produkt noch nicht gibt und Du es patentrechtlich schützen lassen möchtest, oder Du zum anderen Zertifikate für den Verkauf auf Amazon benötigst. Das hängt jedoch von der Art des Produktes und den jeweiligen Bestimmungen seitens Amazon ab.

Markenname, Logo und Verpackungsdesign:
Mit einer eigenen Marke, einem schönen Logo und einer ansprechenden Verpackung verleihst Du Deinem Produkt einen Wiedererkennungswert. Dadurch verkauft sich Dein Produkt deutlich besser.  Zusätzlich vermeidest Du, dass andere Händler sich einfach an Deine ASIN (Amazon Standard Identification Number) anhängen und Deine Fotos sowie Bewertungen nutzen, um die Buybox mit einem günstigeren Preis zu gewinnen.

Produkt Samples:
Vor jedem größeren Produkteinkauf empfiehlt es sich auf jeden Fall, im Vorfeld Produkt-Samples zu bestellen und auf einwandfreie Qualität zu überprüfen, um kostspielige Rückläufe oder Produkte mit schlechter Qualität zu vermeiden.

3. Wie viel Startkapital solltest Du als neuer FBA Seller einplanen?

Viele Amazon Händler stehen zum Launch Ihrer FBA-Karriere vor der Frage, wie viel Startkapital für das FBA-Geschäft nötig ist. Auf diese Frage gibt es pauschal leider keinen festen Betrag, an dem man sich orientieren kann. Es hängt wie so oft von einigen Faktoren ab, die wir nachfolgend in Form von Fragen erläutern möchten.

Welches Ziel verfolgst Du? Möchtest Du schnellstmöglich von Deinem Amazon FBA Geschäft leben können, oder Dir ein zweites Standbein aufbauen und über Jahre hinweg organisch wachsen?
Möchtest Du von Anfang an viel Umsatz machen, benötigst Du mehr Startkapital. Baust Du Deinen Account hingegen erstmal vorsichtig auf, benötigst Du in der Regel ein eher kleines Anfangs-Investment.

Welches Produkt wirst Du auf Amazon verkaufen? Handelt es sich dabei eher um ein günstiges Produkt oder um ein kostspieliges Produkt mit einem hohen Einkaufspreis?
Je mehr Du für ein Produkt im Einkauf ausgibst, desto geringer wird bei begrenztem Startkapital Dein Lagerbestand sein. Damit Du nicht wie viele andere neue FBA Händler bereits kurz nach dem Launch ausverkauft bist, also “out of stock” gehst, musst Du den Lagerbestand gut vorausplanen und ggf. schnellstmöglich auffüllen. Bedenke hier die langen Lieferzeiten von bis zu 10 Wochen für eine Lieferung auf dem Seeweg.
Ist Dein Lagerbestand von Anfang an größer, verringerst Du die “out of Stock” Gefahr, kannst besser planen und flexibel auf Markt- oder Saisonschwankungen reagieren.

Wie viele Produkte möchtest Du gleichzeitig anbieten? Je mehr Produkte Du anbietest, desto wahrscheinlicher ist ein schnelles Umsatzwachstum, aber umso höher ist auch das benötigte gebundene Startkapital. Startest Du am Anfang mit wenigen Produkten und konzentrierst Dich auf deren Aufbau, brauchst Du natürlich weniger Investment-Kapital und kannst später, mit steigenden Umsätzen und damit Kapitalstärke, Stück für Stück weitere Produkte in Dein Angebot aufnehmen.

Rechenbeispiel:
Nehmen wir einmal an, Du fängst mit einer Haarbürste an, die Du Dir über Alibaba von einem chinesischen Händler liefern lässt. Der Einkaufspreis bis Lieferung in das Amazon Lager liegt bei 1,50€ inkl. aller Steuern und Zollabgaben. Du solltest von solch einem Produkt in der Regel mind. 300 - 500 Stück auf Lager haben.
Hinzu kommen noch hochwertige Produktfotos vom Fotografen für einmalig ab ca. 300-500 €. Rechnet man nun allein nur die Kosten für das erste Produkt zusammen, liegt man hier bei rund 1.000€ Startkapital, das wir als absolutes Minimum ansehen. Brauchst Du eventuell noch einen Steuerberater und eine Rechnungssoftware, kommen natürlich entsprechende Extrakosten auf Dich zu.

Soviel zum Startkapital. Welche weiteren Kosten und Gebühren auf Dich zukommen, erfährst du im nächsten Kapitel.

4. Amazon FBA Kosten und Gebühren: Das Alles musst Du in Deine Marge einkalkulieren

Kannst Du Dein FBA Business profitabel betreiben, vielleicht sogar langfristig davon leben? Zur Beantwortung dieser ganz wesentlichen Frage musst Du Deinen Verkaufserlösen alle Kosten und Gebühren gegenüberstellen, die Dir von der Produktion der Ware über den Verkauf bis hin zur Versteuerung Deiner Gewinne entstehen.

Die einmaligen Kosten und Voraussetzungen, um überhaupt gewerbsmäßig als Händler tätig zu werden und Amazon FBA nutzen zu können, stellen wir im folgenden Kapitel detailliert dar.

Bei den wiederkehrenden Kosten und Gebühren für das laufende Amazon FBA Geschäft unterscheiden wir zunächst zwischen folgenden drei Kostenarten:

  • Kosten der Warenbeschaffung
  • Direkte FBA Kosten durch Einlagerung, Verkaufsgebühren, Versand und Retouren
  • Indirekte Kosten der FBA Nutzung

Die Kosten der Warenbeschaffung umfassen im Wesentlichen diese Aspekte:

  • Produktion der Ware
  • Qualitätskontrolle
  • Verpackung
  • Transport vom Hersteller bis zu den Amazon Lagern
  • Einfuhrumsatzsteuer (durchlaufender Posten, bekommst Du über Vorsteueranmeldung in voller Höhe erstattet, außer wenn Du Kleinunternehmer bist)
  • Zollgebühren (meist wenige Prozent auf den Einkaufspreis, variieren aber teils stark je nach Produktkategorie). Du als Auftraggeber musst die Zollgebühren bezahlen, auch wenn die Produkte direkt vom Hersteller an ein Amazon-Lager geliefert werden.

Die direkten FBA Kosten sind vielfältiger, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Durch das Amazon Fulfillment solltest Du mit folgenden FBA-Gebühren und -Provisionen rechnen:

  • Einlagerungsgebühr im FBA Lager pro Stück Deiner Ware
  • Einlagerungsgebühr im FBA Lager für das Lagervolumen gesamt (Kubikmeter)
  • Handlinggebühr für manuelles Verpacken durch Amazon
  • Etikettierung durch Amazon, als optionaler Service buchbar
  • Versandkosten, abhängig von Gewicht, Maßen, Versandart und ggf. Gefahrgut-Einstufung
  • Verkaufsprovision, von Amazon berechnet in Prozent des Verkaufspreises, abhängig von der Warenkategorie
  • Gebühren für die Remission von Produkten (von Amazon an Händler zurückgesandte, unverkäufliche Produkte)
  • Grundgebühr für das professionelle Verkäuferkonto von derzeit 39 EUR / Monat
  • Für Händler mit geringem Warenumschlag (Basiskonto, weniger als 40 Produkte / Monat) entfällt die Monatsgebühr, dafür berechnet Amazon derzeit 0,99 EUR pro verkauftem Produkt zusätzlich zu den obigen Gebühren

Wenn Du die entsprechenden Details Deines Produktes kennst, kannst Du Dir mit einem der zahlreichen Amazon FBA Rechner online die direkten Kosten und Gebühren hochrechnen lassen, die Du an Amazon für die FBA-Services zahlen musst.

Die FBA Rechner enthalten allerdings nicht die indirekten Kostenfaktoren.

Die indirekten Kosten der FBA-Nutzung haben viele Händler oft nur unvollständig im Blick. Dass man als Händler Steuern und Abgaben in seinem Heimatland zahlen muss, ist den meisten noch bewusst. Die ausländischen Steuerpflichten jedoch, zum Beispiel allein schon aufgrund der Nutzung der dortigen FBA-Lager, haben viele FBA-Seller nicht in Ihren Kalkulationen berücksichtigt. Leider werden diese Aspekte, auch seitens Amazon, bislang kaum irgendwo verständlich kommuniziert.

Erschwerend kommt hinzu, dass die von Amazon intern über das Seller Dashboard abrufbaren oder als csv-Dateien herunterladbaren Transaktionsdaten oft nicht ausreichen, um sich als Händler ein umfassendes Bild seiner Transaktionen und daraus sich ggf. ergebender Steuerpflichten machen zu können.

Zu den indirekten Kosten der FBA-Nutzung zählen insbesondere:

  • Natürlich die Versteuerung Deiner Gewinne aus der gewerblichen Verkaufstätigkeit, der Steuersatz ist abhängig von der Höhe der Umsätze bzw. Gewinne bzw. Deinem persönlichen Steuersatz
  • Umsatzsteuer-Registrierungen (einmalig) in allen Ländern, in denen Deine Waren in Amazons FBA-Lagerstätten eingelagert werden (oder intern zwischen ihnen versendet werden = Umlagerung, "innergemeinschaftliche Verbringung")
  • Regelmäßige Umsatzsteuer-Meldungen in allen Ländern, in denen Du ausländische FBA-Lager nutzt (je nach Land und Umsatzsteuer-Summen monatlich, quartalsweise oder jährlich)
  • Umsatzsteuer-Zahlungen für Lieferungen ins Ausland, wenn die sogenannte “Lieferschwelle”, die ab 01.07.2021 nur noch sehr niedrig ist, überschritten wird. Weiter unten gehen wir darauf noch im Detail ein.
  • Intrastat-Meldungen, wenn Du jährlich mehr als 800.000€ Warenwert importierst oder mehr als 500.000€ Warenwert innerhalb der EU exportierst
  • Versicherungen, ggf. solltest Du eine Produkthaftpflicht-Versicherung abschließen

Nur wenn Du alle diese Kostenarten kennst und einkalkulierst, kannst Du einschätzen, wie profitabel Dein Geschäft als Amazon FBA Seller tatsächlich sein wird.

5. Voraussetzungen für Dein FBA-Business

Der Handel über Amazon FBA ist eine gewerbliche Tätigkeit. Bevor Du damit beginnen kannst, solltest bzw. musst Du einige Dinge erledigen, damit Du rechtlich und steuerlich auf der sicheren Seite bist.

Voraussetzungen FBA Nutzung


Geschäftskonto

Lege ein Bankkonto an, welches Du ausschließlich für gewerbliche Zwecke nutzt. 

Gewerbeanmeldung

Die Anmeldung Deines Gewerbes muss bei der jeweiligen zuständigen Behörde erfolgen (dort wo Dein Gewerbe / Dein Unternehmen seinen Sitz hat).

Steuernummer

Hierbei gibt es verschiedene Alternativen: Das Finanzamt wird automatisch durch die Gewerbeanmeldung informiert und vergibt in diesem Zuge eine Steuernummer. Die Steuernummer muss nicht separat beantragt werden. Allerdings muss teilweise auch ein Formular zur steuerlichen Erfassung online über das “Elster”-Portal ausgefüllt und an das Finanzamt übermittelt werden.

EORI-Nummer

Unternehmen, die Export oder Import von Waren in oder aus der EU betreiben, benötigen eine EORI-Nummer (Economic Operators Registration and Identification). Die EORI-Nummer ist für die Zollabwicklung zwingend erforderlich. Du kannst sie online beim Zoll beantragen.

EAN-Nummer kaufen

Eine EAN-Nummer (European Article Number) benötigst Du, wenn Du mit Produkten Handel betreiben möchtest. Diese musst Du, bspw. bei der GS1 Germany GmbH, käuflich erwerben.

Einrichtung FBA  Seller Konto

Für die Registrierung via Amazon Seller Central musst Du folgende Anforderungen beachten:

Die Rechtsform Deines Gewerbes sollte bereits feststehen und die Gewerbeanmeldung bereits erfolgt sein. Zudem benötigst Du einen gültigen Identitätsausweis und musst Dein Geschäftskonto angeben. Desweiteren benötigst Du noch eine gültige Kreditkarte (diese wird lediglich während der Registrierung beansprucht, die Zahlungsmöglichkeit kann danach angepasst werden) und eine Telefonnummer.

Amazon Seller Account

Grundsätzlich kann man zwischen zwei verschiedenen Optionen eines Amazon Seller Accounts auswählen. Die Wahl fällt entweder auf ein Basiskonto oder auf ein professionelles Verkäuferkonto. Die jeweiligen Kosten haben wir im vorherigen Kapitel dargestellt.

Die obigen Punkte sehen vielleicht auf den ersten Blick aufwändig aus, aber tatsächlich ist Vieles davon schnell und zumeist auch direkt online zu erledigen.

6. Warenbeschaffung für Dein FBA Geschäft

Hast Du die administrativen Voraussetzungen erfüllt, erfolgreich Deine Markt- und Produktrecherche durchgeführt, und Dich endgültig für ein passendes Produkt entschieden, muss jetzt noch ein geeigneter Hersteller gefunden werden. Dabei hast Du die Möglichkeit, Dich zwischen einem Hersteller aus Asien oder einem Hersteller aus der EU zu entscheiden.

Einkaufspreis
Unabhängig von der Herkunft Deiner Produkte sollte bei der Warenbeschaffung primär ein Ziel verfolgt werden: Den Einkaufspreis so gering wie möglich zu halten, um die Produkte im Endeffekt zu einem konkurrenzfähigen Verkaufspreis auf Amazon verkaufen zu können. Aber reichen niedrige Preise aus, um die Kunden zu 100% zufriedenstellen zu können? Sehr wahrscheinlich nicht.

Warenqualität
Aus diesem Grund solltest Du beim Einkauf Deiner Ware auch sehr auf die Qualität Deines Produktes achten. Wie auch schon oben erwähnt, solltest Du Dir im Vorfeld einige Muster zuschicken lassen und diese bis auf das kleinste Detail überprüfen, bevor Du dich für einen Hersteller final entscheidest.

Private Label?
Die Überprüfung des Musters ist auch besonders empfehlenswert, wenn Du Dich für das Private-Label-Geschäftsmodell entscheidest. Beim Private-Labeling versiehst Du Deine Produkte mit Deinem eigenen Markennamen und passt diese in den meisten Fällen an die Wünsche Deiner Zielgruppe an. Dadurch verleihst Du Deinem Produkt einen ganz neuen USP (Unique-Selling-Point) und hebst Dich somit von Deiner Konkurrenz in den Amazon Listings ab.

Produktverpackung
Im nächsten Schritt der Warenbeschaffung solltest Du Dich um die Produktverpackung kümmern. Dabei geht es nicht nur um die Punkte Design und Schutz, sondern auch um das wichtige Thema der Verpackungslizenzierung. Sobald Du nämlich neue Verpackungen einführst, solltest Du diese in jedem Lieferland, in das Du über Amazon FBA liefern kannst bzw. möchtest, lizenzieren. Dabei kann die Vorgehensweise von Land zu Land variieren.

7. FBA Auslands-Expansion: In welchen europäischen Amazon Marktplätzen möchtest Du verkaufen?

Am Anfang Deiner Karriere stehst Du als Amazon FBA Händler oft vor der Frage, ob Du gleich auf allen, also auch ausländischen, Märkten verkaufen und ggf. auch dort lagern solltest.

Unsere klare Antwort für Neueinsteiger ins FBA Geschäft lautet: Nein!
Baue Dein Geschäft bevorzugt zunächst in Deinem Heimatmarkt organisch und wohl überlegt auf.

Sammle hier wertvolle Erfahrungen rund um den Verkauf mit FBA und versuche, Deine Produkte bestmöglich an die Bedürfnisse Deiner Kunden anzupassen. Idealerweise kannst Du so für Deine Produkte zunächst einmal in Deinem Heimatmarkt möglichst viele gute Bewertungen sammeln.

Gute und sehr gute Bewertungen und Rezensionen verhelfen Dir dann später auch in den ausländischen Amazon-Märkten zu einem besseren Ranking und einer besseren Sichtbarkeit in den Produkt-Listings und somit auch zu mehr Umsatz.

In welchen Ländern Du später zusätzlich zum Heimatmarkt verkaufst, hängt zum einem vom Produkt ab und zum anderen, wo Du Deine Kunden siehst. Hat Dein Produkt auch Potenzial, beispielsweise in Frankreich oder Spanien gleichermaßen verkauft zu werden, oder haben die Kunden dort andere Präferenzen?

Wie suchst Du Dir nun den besten Absatzmarkt aus?

Anzahl anderer Anbieter

Analysiere Deine Konkurrenz auf jedem Markt genau und vergleiche die Preise. Kannst Du mit den Preisen mithalten, obwohl Du ggf. zunächst aus Deinem Heimatmarkt versendest, und hast Du gleichzeitig relativ wenige Konkurrenten, kann der Verkauf lohnenswert sein.

Ausländische Preise kalkulieren

Versendest Du aus einem anderen Land als dem Empfängerland, hast Du deutlich höhere Versandkosten im Vergleich zu einer FBA Lagerung vor Ort. Das solltest Du bei deiner Preiskalkulation einplanen. Bei der Lagerung vor Ort im Ausland sparst Du zwar (Auslands-) Versandkosten, dann musst Du jedoch die zusätzlichen Kosten für den steuerlichen Aufwand einkalkulieren, der durchaus erheblich sein kann.

Vergleiche daher die Vorteile beider Versandmethoden. Es kann sogar Sinn machen, wenn Du Dich beim Aufbau des Auslandsgeschäfts zunächst bewusst gegen FBA und stattdessen für den Eigenversand entscheidest.

Produktbeschreibung / Anleitungen in anderen Sprachen

Achte auch darauf, ob Du für Dein Produkt zusätzliche Produktbeschreibungen und Anleitungen in anderen Sprachen benötigst. Das kann auch die Verpackung des Produkts betreffen.

Ausländische Steuersätze für Dein Produkt

Beim Verkauf ins EU-Ausland musst Du (ab Überschreiten der sog. “Lieferschwelle”, Details siehe unten) nicht die deutsche Mehrwertsteuer einsetzen, sondern den jeweils gültigen Mehrwertsteuersatz des Empfängerlandes für Dein Produkt berechnen. Das kann für manche Produktkategorien aufgrund der Vielzahl unterschiedlicher Steuersätze in den EU-Ländern durchaus herausfordernd sein.

Wir haben weiter unten im Kapitel zur Rechnungserstellung diese Anforderungen, und auch den Umgang damit, ausführlich dargestellt.

8. Einlagerung Deiner Ware bei Amazon: Inland, CEE, oder PANEU?

Viele Händler entscheiden sich im Rahmen des FBA Programms für die Nutzung der Amazon Lager. Grundsätzlich hast Du dabei 3 Möglichkeiten:

  • Lagerung nur in deutschen Amazon Lagern
  • Lagerung auch in polnischen und tschechischen Lagern (Amazon nennt das CEE-Programm)
  • Lagerung in allen europäischen Amazon-Lagern (das heißt bei Amazon PANEU)

Wenn Du Deine Ware auch im Ausland verkaufen möchtest, kannst Du das durchaus mit Deinem deutschen Setup machen. Das heißt, Du kannst Deine Produkte aus dem deutschen Amazon Lager verschicken. Oder Du verschickst sogar selber (FBM, Fulfillment by Merchant), zum Beispiel beim Aufbau Deines Auslandsgeschäfts, und solange es nur um wenige, noch gut für Dich manuell handhabbare Sendungen geht.

Was hat es nun mit den CEE- und PANEU- Lagermöglichkeiten auf sich?

Einlagerung von Ware bei Amazon in Polen und Tschechien (CEE Programm) für FBA Händler

Amazon bietet Dir beim sogenannten CEE Programm (Central European Expansion) den Vorteil, dass Du, wenn Du  Deine Ware in Polen oder Tschechien zum Einlagern freigibst, pro versendeter FBA Einheit 0,35€ Versandkosten einsparst (bis 07.06.2021 waren es noch 0,50€).

Dabei kannst Du nicht entscheiden, wo die Ware eingelagert wird, da dies von Amazon über deren logistischen Algorithmus bestimmt wird.

Wichtig zu wissen:
Solltest Du Dich für dieses Programm entscheiden, musst Du Dich in beiden Ländern steuerlich registrieren, und zwar streng genommen bereits vor der ersten Einlagerung. Im nachfolgenden 9. Kapitel zu ausländischen Steuerpflichten durch FBA-Lagernutzung erfährst Du mehr dazu.

Wenn Du die CEE-Lagerung für FBA-Seller nutzt, musst Du (oder Dein Steuerberater) an Registrierungen und regelmäßige Steuer-Meldungen in Polen und Tschechien denken


Einlagerung Deiner Ware auf allen europäischen Amazon Marktplätzen (PANEU Programm)

Verkaufst Du nun in andere EU-Länder (Amazon nennt das Marktplätze), wie:

  • Frankreich
  • Spanien
  • Italien
  • Schweden
  • Polen
  • Niederlande

so kannst Du erwägen, Deine Produkte jeweils dort vor Ort einzulagern. Dies bringt Dir vor allem folgende Vorteile:

  1. Kostenersparnis durch geringere Versandkosten, da jeweils Inlandsversand
  2. Schnellere Lieferzeit durch kürzere Versandwege
  3. Auszeichnung Deiner Produkte mit Prime Logo auf dem jeweiligen Marktplatz (Amazon FR, Amazon IT etc.), dadurch höhere Bestell-Wahrscheinlichkeit
  4. Bessere Rankings in den Amazon Produkt-Listings durch das Prime Logo

Die Lagerung Deiner Produkte wird in den von Amazon vorausgewählten Lagern vorgenommen. Wo genau die Ware gelagert wird, kannst Du als Händler wiederum nicht beeinflussen.

Amazon PANEU Lagerung für FBA-Händler: Die PANEU-Lagerung umfasst Lager in Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, Polen und Tschechien, sowie Niederlande und Schweden in Planung
Amazon PANEU Lagerung für FBA-Händler: Die Lagerung Deiner Produkte wird in den von Amazon vorausgewählten Lagern vorgenommen. Wo genau die Ware gelagert wird, kannst Du als Händler nicht beeinflussen. Auch hieraus erwachsen ausländische Steuerpflichten.


Beachte in jedem Fall, dass die Einlagerung im Ausland automatisch zur Steuerpflicht im jeweiligen Ausland führt und Du Dich um jeweils eine eigene Steuernummer und regelmäßige Meldungen kümmern musst.

9. Ausländische Umsatzsteuer-Pflichten durch Nutzung von Amazon FBA Lagern

Sobald Du als Amazon-FBA-Händler ein ausländisches Warenlager von Amazon zur Einlagerung und zum Versand Deiner Ware nutzt, entsteht in diesem Land die Verpflichtung zur umsatzsteuerlichen Registrierung, sowie  zu regelmäßigen Umsatzsteuer-Meldungen. Dies gilt ab dem ersten Produkt—selbst dann, wenn dieses nur wenige Cent wert ist.

Wenn Du beispielsweise das Central Europe Expansion (CEE) Programm von Amazon nutzt, das die Lagerung der Waren in Deutschland, Polen und Tschechien erlaubt, musst Du Dich auch in diesen Ländern für umsatzsteuerliche Zwecke erfassen lassen.

Wenn Du Deine Waren zwischen unterschiedlichen Amazon-Lagern transportierst, bzw. wenn Amazon das ggf. auch ohne Dein Zutun macht, entstehen aus umsatzsteuerlicher Sicht die folgenden Meldeverpflichtungen:

  • Steuerfreie innergemeinschaftliche Verbringung im Abgangsland der Ware
  • Innergemeinschaftlicher Erwerb im Empfangsland der Ware

Du “verbringst” also Ware von einem EU-Land (z.B. Deutschland) in ein anderes EU-Land (z.B. Polen), bzw. Du lässt durch Amazon Deine Ware verbringen. Da in der Europäischen Union (EU) alle Warenströme erfasst und dokumentiert werden müssen, um insbesondere die Hinterziehung von Umsatzsteuern zu verhindern, gibt es hierzu zahlreiche Regelungen. Details findest Du in folgendem Blog-Artikel: Amazon FBA und Umsatzsteuer.

Wichtig zu wissen, durch die ausländische Lagerung entstehen für Dich zusätzliche Kosten:

  • Kosten für die Erfassung und Übermittlung der Daten Deiner ausländischen Einlagerungen und Umlagerungen, die Du den jeweils zuständigen ausländischen Finanzämtern melden musst
  • Kosten für einen Steuerberater, der Dich gegebenenfalls beraten sollte, welche Richtlinien im jeweiligen Land zu beachten sind

Du solltest daher genau abwägen, ob bzw. ab wann Dein Auslands-Umsatz höher ist als die damit verbundenen Zusatzkosten. Dies solltest Du über den Break-Even-Point ermitteln und bevorzugt erst nach dessen Erreichen mit der Lagerung im Ausland beginnen.

Auswahl der Amazon Lager im Seller Central Dashboard

Du kannst über das Seller Central Dashboard auswählen, in welchen ausländischen Lagern Deine Produkte gelagert werden sollen. Unter Einstellungen / Versand durch Amazon / Grenzüberschreitenden Versand findest Du die Auswahl dafür.

Auswahl der Amazon Lager für FBA-Seller im Seller Central Dashboard
Festlegung der Amazon Lageroptionen für FBA-Händler im Seller Central Dashboard


In dem nachfolgenden Screenshot siehst Du, wie die jeweiligen Lager einzeln auszuwählen sind:

Auswahl der Amazon Lager im Seller Central Dashboard
Auswahl der einzelnen länderspezifischen Amazon Lager im Seller Central Dashboard


So ein paar Klicks zur Aktivierung der ausländischen Lagerungsmöglichkeiten sind schnell gemacht, aber Du weißt jetzt auf jeden Fall, welche steuerlichen Konsequenzen sich daraus ergeben können.

Soviel zur Lagerung.

Nachfolgend geht es um Verkäufe und wir sagen Dir, was Du bereits vor Deinen ersten Verkäufen ins Ausland wissen solltest. Denn, wen wundert´s, auch Auslandsverkäufe ziehen besondere steuerliche Pflichten nach sich.

10. Vor dem ersten FBA Verkauf im Ausland: Benötigst Du  dafür eine ausländische Steuernummer?

Hast Du Dich dafür entschieden, auch auf ausländischen Amazon-Märkten zu verkaufen, dann solltest Du wissen, was daraus an steuerlichen Pflichten folgt.

Dabei kommt es auf den Zeitpunkt an. Bis zum 30.06.2021 gibt es noch für jedes Land Lieferschwellen, bis zu deren Erreichen Du Rechnungen und Steuermeldungen mit deutscher Umsatzsteuer erstellst. Wie hoch diese Lieferschwellen noch bis 30.06.2021 sind, und wann Du bis zum 30.06.2021 ggf. ausländische Steuernummern benötigst, erfährst Du in folgendem Blogpost: Lieferschwellen und Umsatzsteuer.

Ab dem 01.07.21 werden die Lieferschwellen in Europa komplett auf 10.000 Euro (netto) zusammengefasst, egal wo verkauft wird. Ab Überschreiten dieser neuen Lieferschwelle musst Du die Umsatzsteuer für Deine Sendungen an ausländische Endverbraucher daher theoretisch im jeweiligen Empfängerland melden und bezahlen.

Gleichzeitig hast Du jedoch ab diesem Zeitpunkt die Möglichkeit, Deine ausländischen Umsatzsteuer-Meldungen über den sogenannten “One-Stop-Shop” (OSS) für die EU Umsatzsteuer gesammelt an Deinem Heimatstandort abzugeben und zu bezahlen.

Wenn Du das OSS-Verfahren nutzt, benötigst Du, jedenfalls rein für den grenzüberschreitenden Verkauf an Privatpersonen, keine ausländischen Steuernummern.

Hier entstehen also keine zusätzlichen Kosten, insofern Du genau weißt, wohin Du welche Produkte mit welchem Steuersatz verkauft hast. Was genau der One Stop Shop bedeutet und wie OSS-Meldungen ablaufen, erfährst Du weiter unten im Kapitel zum OSS.

11. Amazon Listings, Amazon SEO, Sponsored Products Anzeigen, Fotos und Bewertungen: So kannst Du die Sichtbarkeit und den Verkauf Deiner Produkte fördern

Damit Dein Amazon Business erfolgreich (an-) läuft, reichen eine gute Produktqualität und wettbewerbsfähige Preise leider oft nicht aus.

Von großer Bedeutung ist das Amazon Product Listing. An welcher Position im Listing Dein Produkt erscheint, hat gewaltigen Einfluß auf Deinen Absatz. Du kannst jedoch mit verschiedenen Maßnahmen Dein Produktlisting beeinflussen und somit aktiv Deine Verkäufe ankurbeln.

Amazon SEO Optimierung

SEO bedeutet Suchmaschinenoptimierung, im Fall von Amazon optimierst Du also für die Amazon Produktsuche und Produkt Listings. Dabei solltest Du Dich vor allem Eines fragen: Was sucht Deine Zielgruppe, und mit welchen Suchbegriffen?

Hast Du die passenden Suchbegriffe oder auch Keywords identifiziert, dann setze diese ganz gezielt in den Headlines sowie in der Produktbeschreibung bzw. auf Deiner Artikelseite ein. Damit steigen die Chancen auf vordere Positionen in den Produkt Listings, Dein “Ranking” steigt, die Verkaufswahrscheinlichkeit wird größer.

Zusätzlich bezieht Amazon aber auch eine Menge Faktoren für die Platzierung Deiner Produkte in den Listings mit ein, die gar nichts mit Keywords zu tun haben. Dinge wie beispielsweise Lieferfähigkeit, Retourenquote, Produktbewertungen und Preis spielen hier gewichtige Rollen.

Wir stellen in Kürze in einem separaten Blogpost zu Amazon SEO ausführlich dar, was Du für die erfolgreiche Amazon Suchoptimierung wissen und einsetzen solltest - und warum Du als Amazon FBA Seller bereits einen gewichtigen Wettbewerbsvorteil gegenüber FBM Händlern mitbringst.

Eine weitere Möglichkeit, Dein Produkt weit oben in den Produkt-Listings zu präsentieren, sind Werbemaßnahmen in Form von Sponsored Product Ads. Das sind Werbeanzeigen, die auf Keyword-Basis ausgespielt werden und Deine Produkte bei passenden Suchbegriffen auf bevorzugten Listings-Positionen präsentieren. Das Verfahren dahinter heißt CPC = Cost-per-Click. Dabei zahlst Du für jeden Klick, der auf Deiner Produkt-Anzeige getätigt wird.

Wird Deine Werbeanzeige einem potentiellen Kunden angezeigt und er klickt darauf, gelangt dieser direkt auf Deine Produktdetailseite. Mit den Sponsored Products Ads erhöhst Du also die Chancen, dass Deine Produkte häufiger gesehen, besucht und verkauft werden.

Produkt-Fotos

Zu jedem guten Produkt gehören natürlich auch professionell gemachte Produktfotos. Amazon hat hier Richtlinien, an die Du Dich auch halten solltest. Hier ist es sinnvoll, sich eine Agentur oder einen Grafikdesigner als Unterstützung zu suchen, damit die Fotos auch ansprechend wirken. Gute Fotos wirken sich positiv auf die Kaufbereitschaft des Kunden aus.

Amazon Produktrezensionen und Verkäuferbewertungen

Für den Erfolg Deiner Produkte spielen die Rezensionen der Kunden eine herausragende Rolle. Amazon versucht, ähnliche Produkte durch Kundenbewertungen untereinander vergleichbar zu machen und bittet Käufer um ehrliche Produktrezensionen, für alle Aspekte, die ihnen gefallen oder nicht gefallen.

Doch warum möchte Amazon, dass Kunden die Produkte bewerten?

Das wesentliche Ziel ist es, anderen Kunden die Kaufentscheidung einfacher zu machen.

Die Anzahl an Kunden, die vor dem Kauf eine Rezension liest, ist deutlich höher, als im Vergleich von Kunden, die nur nach Preisentscheidungen, Gefühl oder Aussehen kaufen. Amazon möchte sicher gehen, dass möglichst viele Fragen eines Kaufprozesses vorab beantwortet werden.

  • Hält es die Versprechungen, die auf der Produktseite gemacht werden?
  • Ist das Produkt hochwertig verarbeitet?
  • Waren andere Käufer zufrieden?
  • Stimmt das Preis / Leistungsverhältnis?

Diese Fragen, die sich ein Käufer vor dem Kauf stellt, können aktiv in den Kaufprozess mit einfließen. Dadurch kann man Kunden für sein Produkt gewinnen oder auch verlieren.

Wichtig zu wissen:
Zwischen einer Amazon-Rezension und einer Händlerbewertung gibt es einen signifikanten Unterschied. Während sich Rezensionen auf ein Produkt beziehen, trifft die Händlerbewertung eine Aussage über den Verkäufer selbst und hat Einfluss auf die Gesamtbewertung der Verkäuferleistung.

12. FBA Rechnungen erstellen und Umsätze im Blick behalten: Essentiell für Deine Buchhaltungs- und Steuerpflichten

Du hast alle Vorbereitungen für den Launch Deines FBA Geschäfts getroffen, der Verkauf kann eigentlich beginnen. Vorher solltest Du Dich allerdings noch mit dem Thema Rechnungsstellung befassen.

Die Rechnungsstellung und die entsprechende Verbuchung der Rechnungen in Deiner Finanzbuchhaltung haben eine große Bedeutung für Dich als FBA Händler.

Insbesondere müssen die Rechnungen aus steuerrechtlicher Sicht einigen Anforderungen entsprechen, um entsprechende Risiken, wie zu viel gezahlter Steuer oder auch zu wenig gezahlter Steuer (Steuerhinterziehung!), zu vermeiden.

In der Praxis werden Rechnungen typischerweise nicht manuell erstellt. Amazon FBA Seller nutzen zumeist einen von drei Wegen:

  1. Amazon VCS oder VCS Lite
  2. Rechnungstool (z.B. Easybill)
  3. ERP-System / Warenwirtschaftssystem (z.B. Plentymarkets oder JTL)

Allerdings zeigt die Praxis, dass insbesondere der Amazon VAT Calculation Service (VCS) aus umsatzsteuerrechtlicher Sicht Schwächen aufweist und somit für Dich als Händler einige Risiken birgt. Eine detaillierte Erläuterung zur Funktionsweise und den Schwächen des Amazon VAT Calculation Service findest Du hier.

Das Beispiel Amazon VCS zeigt, dass die korrekte Ermittlung der Umsatzsteuer und der entsprechende Ausweis auf der Rechnung, insbesondere im grenzüberschreitenden Online-Handel, ein komplexes Thema ist, das nicht unterschätzt werden darf.

Besonders die Transaktionen im Ausland schnell zu überblicken und zu wissen, wo welche Umsatzsteuerpflicht besteht, ist essentiell wichtig.

Hinweis in eigener Sache:
Die Umsatzsteuer-Plattform von Taxdoo kann all Deine Umsätze, die Du über Amazon FBA (und auch ggf. über Deinen eigenen Online-Shop, sowie ebay etc.), sowie die daraus entstehenden Umsatzsteuer-Daten einfach und jederzeit aktuell komplett aufbereitet zur Verfügung stellen. Und zwar sowohl für das Inland wie auch für das Ausland.

Darüber hinaus können wir Dir noch im Laufe dieses Jahres über unsere Umsatzsteuer-Plattform die Möglichkeit bieten, Rechnungen für Deine Sendungen zu erstellen. Diese enthalten automatisch die richtigen (Auslands-) Steuersätze für jedes Deiner Produkte, und stehen generell im Einklang mit den EU-weiten umsatzsteuerrechtlichen Anforderungen.

Amazon FBA Rechnungsstellung und korrekte Steuersätze für Auslandssendungen: Zolltarifnummern helfen

Der Steuersatz, dem ein Produkt unterliegt, spielt im Online-Handel eine wichtige Rolle, insbesondere für folgende Aspekte:

  • Ausweis des korrekten Steuerbetrags und Steuersatzes auf der Rechnung
  • Berechnung und Bezahlung der korrekten Umsatzsteuer im Rahmen der umsatzsteuerlichen Meldungen

Ab dem 01.07.2021 wird dem Thema der (EU-weiten) Steuersatz-Bestimmung eine noch größere Bedeutung zukommen als bisher. Denn, wie oben bereits angedeutet, werden die meisten Online-Händler, aufgrund des Wegfalls der vorher gültigen lokalen Lieferschwellen, praktisch ab dem ersten Paket in jedem Empfangsland, in das sie Waren an Endverbraucher senden, steuerpflichtig werden. Lest hierzu mehr im Kapitel oben “Vor dem ersten FBA-Verkauf im Ausland: Benötigst Du dafür eine ausländische Steuernummer?”.

Nun wirst Du Dir die Frage stellen, woher ich wissen soll, welcher Steuersatz für meine Produkte in welchem EU-Staat gilt? Diese Frage zu beantworten ist leider recht kompliziert, da das EU-Recht vorsieht, dass jeder Mitgliedstaat den Steuersatz in einer bestimmten Bandbreite selber bestimmt. Die Mitgliedstaaten können ebenfalls unterschiedliche reduzierte Steuersätze festlegen.

Im Ergebnis variieren die Steuersätze je Land und es kann auch pro Land unterschiedlich sein, ob Dein Produkt einem reduzierten Steuersatz, dem Standardsteuersatz oder gar der Nullsteuer unterliegt.

In der Praxis kann der Steuersatz anhand der Zolltarifnummer rechtssicher bestimmt werden. Die Zolltarifnummer ist EU-weit das einzige eindeutige Merkmal, um den Steuersatz eines Produkts in jedem Land zu ermitteln. Mithilfe der Zolltarifnummer kann jedes Produkt weltweit klassifiziert werden, so dass auch eine automatisierte Bestimmung der Steuersätze – über entsprechende Datenbanken – möglich ist.

Hinweis in eigener Sache:
Erfahre in einer unserer Live-Demos, wie Du in dem Dashboard unserer Online-Umsatzsteuer-Plattform den Steuersatz Deiner Produkte automatisch bestimmen kannst

Für alle Nutzer des Amazon VCS noch ein wichtiger Hinweis: Der Amazon VCS wird immer den Standardsteuersatz des jeweiligen EU-Staates anwenden. Dies kann problematisch werden, wenn Du Produkte verkaufst, die ggf. einem ermäßigten Steuersatz unterliegen.

Verkaufst Du Produkte, die ermäßigt besteuert werden, musst Du eine Einordnung dieser Produkte anhand der von Amazon vorgegebenen Produktsteuercodes vornehmen. Das sind jedoch keine offiziellen Klassifizierungen, so dass diese Einordnung keinen rechtsverbindlichen Charakter hat.

13. Amazon FBA und Umsatzsteuer-Pflichten in Deinem Heimatstandort (z.B. Deutschland)

Die Umsatzsteuer-Pflichten in Deinem Heimatstandort beginnen damit, dass Du Dich noch vor dem Beginn Deiner unternehmerischen Tätigkeit beim Finanzamt Deines Firmenstandortes steuerlich registrieren musst.

Anschließend informierst Du das Finanzamt regelmäßig über Deine Eingangs- und Ausgangsumsätze. Dabei lässt Du Dir die Umsatzsteuer aus Eingangsrechnungen erstatten (Vorsteuerabzug). Gleichzeitig musst Du die Umsatzsteuer aus Deinen Verkäufen gesammelt erklären und abführen.

Beides erfolgt über die sogenannten Umsatzsteuer-Voranmeldungen, welche Du entweder monatlich oder quartalsweise (das legt das Finanzamt fest) z.B. über das Elster-Portal elektronisch einreichen kannst.

Hinweis: Intrastat Meldungen
Wenn Versendungen in andere EU-Staaten im Wert von mehr als 500.000 EUR oder Eingänge aus anderen EU-Staaten im Wert von mehr als 800.000 EUR pro Jahr verzeichnet werden, müssen Intrastat-Meldungen zusätzlich zu den vorgenannten umsatzsteuerlichen Meldungen eingereicht werden.
Weiteres zu Intrastat kannst Du hier lesen: https://blog.taxdoo.com/intrastat/.

14. Brauchst Du einen speziellen Amazon FBA Steuerberater?

Die mit Amazon FBA Umsätzen einhergehenden steuerlichen Pflichten können recht komplex sein, insbesondere wenn ausländische Lager genutzt und/oder Lieferungen ins Ausland versendet werden.

Nicht alle Steuerberater sind spezialisiert auf die steuerlichen Besonderheiten des (grenzüberschreitenden) Online-Handels. Insofern kann es durchaus ratsam sein, bei der Wahl Deines Steuerberaters auf echte E-Commerce Expertise zu achten. Auf was Du dabei achten solltest, speziell auch als FBA-Seller, haben wir im folgenden Blogpost zusammengefasst: E-Commerce Steuerberater finden.

Wenn Du Schwierigkeiten haben solltest, einen entsprechenden Experten zu finden, nimm gerne Kontakt zu uns auf. Hunderte von Steuerberatern aus praktisch allen deutschen PLZ-Gebieten, und auch aus dem EU-Ausland, arbeiten für Ihre Mandanten aus dem Onlinehandel erfolgreich mit uns zusammen.

Wir stellen für Dich gerne den Kontakt zu geeigneten Steuerberatern her.

15. Amazon FBA Umsätze über den One Stop Shop (OSS) melden

Am 01.07.2021 tritt eine fundamentale Mehrwertsteuerreform für den Online-Handel in Kraft. Eine der signifikanten Änderungen ist der weitgehende Wegfall der lokalen Lieferschwellen für grenzüberschreitende Verkäufe an Privatkunden. Diese Lieferschwellen sollten kleine und mittlere Unternehmen in der EU bisher davor schützen, bereits ab dem ersten Euro Umsatz im Empfangsland steuerpflichtig zu werden.

Dieser Schutz vor der Steuerpflicht im Empfangsland entfällt nun für die sog. “Fernverkäufe” (= grenzüberschreitende Lieferungen an Privatleute) ab dem 01.07.2021 faktisch, da es nur noch eine EU-weite Lieferschwelle in Höhe von 10.000 Euro (netto) geben wird.

Bei Überschreiten dieser EU-weiten Lieferschwelle ist der Umsatz im Empfangsland zu versteuern. Diese Schwelle werden viele FBA-Händler schnell erreichen.

Ohne eine “Vereinfachungsregelung” würde dies bedeuten, dass Du Dich ab dem 01.07.2021 in jedem Mitgliedstaat, in den Du auch nur ein Paket verschickst, umsatzsteuerlich registrieren und auch noch regelmäßig Umsatzsteuer-Meldungen abgeben müsstest.

Diesen Aufwand möchten die Steuer-Behörden den Onlinehändlern aber eigentlich nicht zumuten.

Daher beinhaltet die EU-Mehrwertsteuer-Reform auch die Einführung des One-Stop-Shop Verfahrens. Das One-Stop-Shop- oder auch OSS-Verfahren ist ein besonderes Besteuerungsverfahren, welches Du zur zentralen Meldung all Deiner grenzüberschreitenden Fernverkäufe nutzen kannst.

Dies bedeutet ganz konkret, dass Du in Deinem Heimatland bei einer staatlichen Online-Plattform als “einziger Anlaufstelle” (das ist die Übersetzung von “One Stop Shop”) nicht nur die Umsätze aus Deinen Fernverkäufen in den unterschiedlichen Mitgliedstaaten der EU melden, sondern dort auch die gesammelte Steuerschuld begleichen kannst.

Somit kannst Du eine lokale umsatzsteuerliche Registrierung in den unterschiedlichen Mitgliedstaaten der EU aufgrund Deiner B2C-Fernverkäufe vermeiden, und stattdessen das One-Stop-Shop-Verfahren zur Erklärung dieser Umsätze und daraus resultierender Steuern nutzen.

Wichtig zu wissen:
Beachte, dass der One-Stop-Shop ausschließlich zur Meldung von grenzüberschreitenden B2C-Fernverkäufen genutzt werden kann. Steuerliche Vorgänge, die durch die Nutzung ausländischer Lager mit den oben bereits erwähnten innergemeinschaftlichen Verbringungen oder innergemeinschaftlichen Erwerben entstehen, können nach wie vor ausschließlich über lokale umsatzsteuerliche Registrierungen gemeldet werden. Hier wird das One-Stop-Shop-Verfahren also zu keiner Änderung führen.

Was bedeutet das konkret für Dich?

  • Du brauchst weiterhin lokale umsatzsteuerliche Registrierungen in den EU-Ländern, in denen Du Deine Waren lagert
  • Du brauchst weiterhin eine Compliance-Plattform, wie z.B. Taxdoo, um Deine umfassenden umsatzsteuerlichen Verpflichtungen sowohl im Inland wie auch im Ausland bequem und sicher erfüllen zu können
Komplex, aber mit der richtigen Unterstützung problemlos machbar: Steuerliche Meldungen für Fernverkäufe können über den OSS in Deinem Heimatland erfolgen. Nutzt Du Lager im EU-Ausland, musst Du parallel Meldungen / Registrierungen bei den ausländischen Steuerbehörden einreichen (lassen). Verkäufe aus Deinem Heimatland in Dein Heimatland musst Du beim örtlichen Finanzamt melden (lassen).


Tipp: Auch im Zusammenhang mit dem neuen One-Stop-Shop gibt es insbesondere für Amazon FBA Händler einige Fallstricke zu beachten. Lest hierzu mehr in unserem Wissenspool zum OSS.

16. Sonderfall Retouren-Lager: keine Steuerpflichten

Nach so vielen Infos zu den diversen Steuerarten und Steuerpflichten rund um FBA eine gute Nachricht: Amazons Retouren-Handling führt immerhin nicht zu weiteren Steuerpflichten.

Seit dem Jahr 2017 werden die Retouren aus Europa zentral im Amazon-Retourenlager in der Slowakei abgewickelt. Das bedeutet, dass aus diesem Lager keine Ware verkauft wird, es werden lediglich Retouren bearbeitet. Dadurch ist die Warenlagerung in der Slowakei auch zeitlich begrenzt. Sie werden nach einer kurzen Periode zurückgeführt.

Dieses reine Retouren-Handling führt für Dich als FBA-Seller also nicht zu einer Steuerpflicht in der Slowakei. Wenn Dich die Hintergründe interessieren, erfährst Du hier mehr.

17. Fazit: Amazon FBA birgt gewaltige Möglichkeiten, ist jedoch auch mit Aufwand verbunden

Du weißt nun, welche Möglichkeiten Dir als (künftiger) FBA-Seller zum Aufbau oder Ausbau Deiner eigenen E-Commerce Präsenz offen stehen. Und Du weißt, mit welchen Aufwänden Du rechnen solltest.

Mit guter Vorbereitung und dem Wissen um die administrativen Pflichten - und deren Lösungen - steht dem erfolgreichen Launch Deiner FBA-Karriere nichts mehr im Wege.

Die Taxdoo-Lösung: Automatisierte Umsatzsteuer-Compliance

Umsatzsteuer-Pflichten sind für FBA-Händler entweder aufwändig (wenn man selbst den Überblick behalten will) oder teuer (wenn alle Tätigkeiten manuell vom Steuerberater übernommen werden). Doch es gibt eine smarte Lösung.

Taxdoo automatisiert die erforderlichen umsatzsteuerlichen Prozesse im Rahmen von Amazon FBA.

Taxdoo kann automatisiert Rohdaten aus Marktplätzen (z.B. Amazon), ERP-Systemen (z.B. Afterbuy, Billbee, Plentymarkets, JTL oder Xentral) und Shop-Systemen (z.B. Shopify) auslesen und daraus

  • Buchhaltungsexporte erstellen (Datev & Co.),
  • eure Umsätze im Ausland melden,
  • Daten für OSS-Meldungen komplett zusammenstellen,
  • steuerliche Registrierungen im EU-Ausland erledigen
  • Verbringungen dokumentieren und
  • noch vieles mehr.

Für jedes Produkt und jeden EU-Staat kann Taxdoo zudem automatisch den richtigen (ggf. auch reduzierten) Steuersatz bestimmen.

Bei Steuerpflichten im EU-Ausland können alle umsatzsteuerlich relevanten Meldungen bereits ab 79 Euro pro Monat und pro EU-Staat automatisiert übernommen werden: aus einer Hand durch Taxdoo.

Klicke einfach hier und vereinbare eine 1:1 Live-Demo, in der wir Dir und/oder Deinem Steuerberater gerne persönlich und ganz in Ruhe die Vorteile unserer automatisierten Umsatzsteuer-Plattform zeigen und Deine Fragen beantworten.